AKTUELLER BERICHT
 
Vision Zero 2021: für eine Welt ohne Krebs
 
 

Passend zum Start der Fußball EM wurde das Motto: Dem Krebs die Rote Karte zu zeigen und damit einen Platzverweis zu erteilen beim Vision Zero Symposium diskutiert. Der Veranstalter, das Netzwerk gegen Darmkrebs e. V., hatte sich aufgrund der aktuell immer noch angespannten Covid-19 Situation für diese Möglichkeit entschieden. 

 

Interessierte konnten den spannenden Vorträgen von führenden Experten und Entscheidern aus Onkologie, Politik, Forschung, Patientenvertretung und der pharmazeutischen Industrie an zwei Tagen in mehr als 15 Stunden im Livestream folgen und erfahren, welche Schritte auf medizinischer, gesellschaftlicher und gesundheitspolitischer Ebene notwendig sind, um der Vision, einer Welt ohne Krebs, näher zu kommen. Lediglich die Kongressleitung moderierte das Symposium aus dem TV-Studio im Axel Springer Haus in Berlin.

Passend zum Start der Fußball EM wurde das Motto: Dem Krebs die Rote Karte zu zeigen und damit einen Platzverweis zu erteilen beim Vision Zero Symposium diskutiert. Der Veranstalter, das Netzwerk gegen Darmkrebs e. V., hatte sich aufgrund der aktuell immer noch angespannten Covid-19 Situation für diese Möglichkeit entschieden. 

 

Interessierte konnten den spannenden Vorträgen von führenden Experten und Entscheidern aus Onkologie, Politik, Forschung, Patientenvertretung und der pharmazeutischen Industrie an zwei Tagen in mehr als 15 Stunden im Livestream folgen und erfahren, welche Schritte auf medizinischer, gesellschaftlicher und gesundheitspolitischer Ebene notwendig sind, um der Vision, einer Welt ohne Krebs, näher zu kommen. Lediglich die Kongressleitung moderierte das Symposium aus dem TV-Studio im Axel Springer Haus in Berlin.

 

„In diesem Jahr haben rund 1.000 Teilnehmer vom 14. – 15. Juni unser Symposium digital besucht. Das sind wesentlich mehr Interessierte, als unter Corona-Bedingungen an einer Präsenzveranstaltung hätten teilnehmen können. In Verbindung mit zahlreichen, sehr positiven Rückmeldungen von Referenten und Teilnehmern, können wir von einem großen Erfolg für Vision Zero sprechen“, so Dr. Georg Ralle, Mitglied der Kongressleitung von Vision Zero.

 

„Unser Ziel ist, dass es uns künftig gelingt, jeden vermeidbaren Krebsfall zu verhindern“, mit diesen Worten erklärte Prof. Christof von Kalle, Chair des BIH-Lehrstuhls für Klinisch-Translationale Wissenschaften an der Charité Berlin und Mitglied der wissenschaftlichen Kongressleitung, die Vision Zero. Mit den Worten „jährlich – und nicht nur einmalig – erkranken in Deutschland rund 500.000 Menschen neu an Krebs – Tendenz steigend – und knapp 250.000 von uns sterben daran. Dreimal so viel wie bisher in der COVID Pandemie“ machte er auf die enormen Herausforderungen für die Krebsmedizin aufmerksam. 

 
 

In der Session „Rote Karte dem Krebs“, die sich auf das Zervixkarzinom, den Darm- sowie Lungenkrebs fokussierte, war die Antwort für die Realisierung der Vision Zero sehr klar: Prävention und Früherkennung von Krebskrankheiten müssen verbessert und ausgebaut werden. Kritisiert wurde von Prof. Dr. Frank Kolligs, Chefarzt der Inneren Medizin und Gastroenterologie am Helios Klinikum Berlin-Buch, dass der Einladungsflyer zur Darmkrebsvorsorge zu bürokratisch und komplex gestaltet sei. Zudem forderte er und Dr. Christa Maar – Vorstand der Felix Burda Stiftung und Präsidentin des Netzwerk gegen Darmkrebs –, dass es einen Anspruch auf Darmkrebsvorsorge bei familiärer Belastung bereits vor dem 50sten Lebensjahr geben muss.

 

Christof von Kalle bemängelte die bisherige Geringschätzung der Krebsprävention im deutschen Gesundheitssystem: „Die wirksamste Maßnahme gegen Krebs hat keinen Eigentümer, keine Zuständigkeit, keine Lobby. Und sie ist uns bisher offenbar nichts wert.“

In der Session Kinderonkologie, die in Kooperation mit Bild hilft e. V. „Ein Herz für Kinder“ stattfand, forderte Dr. Johannes Wimmer, TV-Mediziner und Moderator, mehr Forschung für die kleinsten Krebspatienten. Dabei wies er gemeinsam mit Prof. Dr. Stefan Pfister, Direktor Präklinische Pädiatrische Onkologie am Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ), darauf hin, dass Kinder eben keine kleinen Erwachsenen seien, auf die einfach die Therapien für Erwachsene angewendet werden könnten. Dass mehr Forschung dringend notwendig ist, betonte auch Prof. Dr. Dirk Reinhardt, Direktor der Uni-Kinderklinik III in Essen und mahnte eindringlich, dass immer noch rund 20 Prozent der Kinder an ihrer Erkrankung sterben. 

 

Nachdrücklich wurde beim Symposium auch die Bedeutung von Kooperationen und übersektoraler Zusammenarbeit herausgestellt. Laut PD Dr. Özlem Türcei, Medizinische Direktorin von BioNTech, ist besonders während der Corona Krise die Bedeutung von Kooperation aller Akteure und über „puplic-private“ Grenzen hinweg, sichtbar geworden. 

Ausgezeichnete Präventionsforschung

 

Der Vision Zero Award ging in diesem Jahr an Dr. Christian Matek vom LMU Klinikum München, der ihm von Prof. Dr. Heyo Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité Berlin, überreicht wurde. Prof. Kroemer wies in seiner Laudatio darauf hin, dass Dr. Matek die Chancen der Digitalisierung frühzeitig erkannt und mit seiner innovativen Forschung in Medizin und Physik einen wesentlichen Beitrag im Kampf gegen den Krebs geleistet habe. Er nutze große Mengen onkologischer Daten, die im Rahmen der Bildgebung generiert werden und ermögliche so mittels künstlicher Intelligenz Krebsprävention und -früherkennung.