ROTE KARTE FÜR DEN KREBS
 
 
SEHR GEEHRTE DAMEN UND HERREN,
LIEBE UNTERSTÜTZER UND FREUNDE VON VISION ZERO,


im Fußball gibt es seit vielen Jahren eine bewährte Regel, die es dem Schiedsrichter ermöglicht, einen Spieler, der sich grob unsportlich verhält und/oder einen Spieler bösartig foult, vom Platz zu stellen. Der „Bösewicht“, der sich nicht an die Regeln hält, erhält die rote Karte und das Spiel kann ohne ihn weitergehen, weshalb sich die überwiegende Zahl der Spieler im vorauseilenden Gehorsam an die festgesetzten Spielregeln halten. Eine Analogie, die – so sehr wir uns dies wünschen – leider nicht einfach auf bösartige Zellen im menschlichen Körper übertragen werden kann, da ein „Schiedsrichter“ fehlt und/oder die malignen Zellen gelernt haben, sich heimtückisch zu tarnen und selten auf „rote Karten“ zu reagieren.

Trotzdem wollen wir in diesem Jahr mit unserem Vision Zero Kongress dem Krebs die rote Karte zeigen, denn die Zeit ist reif zum Handeln! Nach wie vor erkrankt jeder zweite Mensch in Deutschland im Laufe seines Lebens an Krebs und nach wie vor stirbt jeder vierte von uns an dieser bösartigen Erkrankung. Und nach wie vor verwenden wir viel zu wenig der vorhandenen Ressourcen für Krebsprävention und Früherkennung. Dazu drei wichtige Themen aus dem vielschichtigen Kongressprogramm, die wir mit Ihnen diskutieren wollen und für die Lösungskonzepte erarbeitet werden müssen:

1) Rote Karte dem Zervixkarzinom: Obgleich seit mehreren Jahren ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung steht, sind nur rund 50% der 18-jährigen Frauen geimpft und somit vor Gebärmutterhalskrebs geschützt. Eine mehr als traurige Quote. Wie man es deutlich besser machen kann, lehrt ein Blick zu unseren europäischen Nachbarn (z.B. Schottland) von denen wir so schnell wie möglich lernen müssen.

2) Rote Karte dem Darmkrebs: Nach wie vor verzeichnen wir in Deutschland rund 60.000 Neuerkrankungen pro Jahr, von denen rund ein Drittel der Patienten sterben. Das mit deutlicher Verspätung eingeführte, bundesweite Einladungsverfahren wird an dieser völlig unbefriedigenden Situation nicht viel ändern, da die Teilnehmerquoten viel zu niedrig sind. Auch hier sollten wir endlich von unseren europäischen Nachbarn (z. B. Holland) lernen, wie man es deutlich besser machen kann.

 
 
3) Rote Karte dem Lungenkrebs: Auch an Lungenkrebs erkranken jährlich über 60.000 Menschen und die kontroverse Diskussion um das konsequente Verbot von Tabakwerbung hat erneut gezeigt, dass wir uns immer noch viel zu wenig für nachhaltige Prävention einsetzen. Aber auch bei der Verbesserung der Prognose durch breit angelegte molekulare Testung auf therapeutisch relevante Mutationen hinken wir unseren europäischen Nachbarn (z.B. Frankreich) hinterher. Hier besteht ebenfalls großer Handlungsbedarf.

Nach unserem heutigen Kenntnisstand könnten bis zur Hälfte aller Krebserkrankungen durch intelligente Präventions- und Früherkennungskonzepte vermieden werden. Bei der anderen Hälfte können wir durch frühzeitige Präzisionsdiagnostik und innovative Therapiekonzepte dem Krebs in vielen Fällen die rote Karte zeigen – wir müssen es jetzt nur wollen!

Kurz noch einige Hinweise zum Programm des Vision Zero Kongress 2021: Wir starten am 14. Juni mit dem „Innovationsforum Klinische Forschung in Deutschland“ und der Session „Onko-Pipeline“ sowie einem Patientenworkshop. Gefolgt von dem „e-health summit21“, mit dem wir einen wichtigen Impuls für die dringend notwendige Digitalisierung der Medizin und des Gesundheitswesens in Deutschland geben wollen.

Neu in diesem Jahr: Die Stiftung “Ein Herz für Kinder – zu Gast bei Vision Zero“ mit einer aktuellen Session unter der Leitung von Angelika Eggert, Charité Berlin zum Thema „Kinderonkologie in Deutschland“, in der konkrete Anregungen zur Verbesserung der Versorgung der kleinsten Patienten erarbeitet werden sollen.

Am zweiten Kongresstag werden Staatssekretär Thomas Rachel und DKFZ-Chef Michael Baumann zu den wichtigsten Projekten der Dekade gegen Krebs – einem der zahlreichen Kooperationspartner von Vision Zero – Auskunft geben.

Keynot-Lectures von Ugur Sahin (The Power of Vaccination – Lehren aus COVID für die Onkologie), Emmanuelle Charpentier* (CHRISP and beyond – new developments in the science of pathogens and genetic modifications) und ein Vortrag von Harald zur Hausen* stehen ebenso auf dem Programm, wie eine aktuelle ASCO-Hotline und das „Forum Gesundheitspolitik“ unter der Moderation von Eckart von Hirschhausen mit führenden Politikern der im Bundestag vertretenden Parteien.

Deshalb: Seien Sie am 14./15. Juni dabei, diskutieren Sie mit uns die Vision Zero und wie wir gemeinsam dem Krebs in Deutschland die rote Karte zeigen können. Melden Sie sich frühzeitig zu unserer Veranstaltung an.


Herzliche Grüße

Ihre Kongressleitung

 
 
 
 
 
 
 
Dr. Christa Maar
Dr. Christa Maar
Dr. Christa Maar
Felix Burda Stiftung und
Netzwerk gegen Darmkrebs e. V., München

Prof. Dr. Michael Hallek
Prof. Dr. Michael Hallek
Prof. Dr. Michael Hallek
Universitätsklinikum Köln

Daniel Bahr
Daniel Bahr
Daniel Bahr
Bundesgesundheitsminister a. D. / Allianz Deutschland, München

Dr. Ruth Hecker
Dr. Ruth Hecker
Dr. Ruth Hecker
Aktionsbündnis Patientensicherheit, Essen

Prof. Dr. Michael Platten
Prof. Dr. Michael Platten
Prof. Dr. Michael Platten
Universitätsmedizin Mannheim / Universität Heidelberg / Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg


 
 
Prof. Dr. Christof von Kalle
Prof. Dr. Christof von Kalle
Prof. Dr. Christof von Kalle
BIH - Berliner Institut für Gesundheitsforschung
Charité Berlin

Prof. Dr. Thomas Seufferlein
Prof. Dr. Thomas Seufferlein
Prof. Dr. Thomas Seufferlein
Universitätsklinikum Ulm

Prof. Dr. Diana Lüftner
Prof. Dr. Diana Lüftner
Prof. Dr. Diana Lüftner
Charité Berlin

Prof. Dr. Dr. Michael von Bergwelt
Prof. Dr. Dr. Michael von Bergwelt
Prof. Dr. Dr. Michael von Bergwelt
LMU Klinikum München

Dr. Georg Ralle
Dr. Georg Ralle
Dr. Georg Ralle
Netzwerk gegen Darmkrebs e.V., München

 
 
VERANSTALTER
 

Das 7. Interdisziplinäre Symposium Vision Zero. Die Neuvermessung der Onkologie wird vom Netzwerk gegen Darmkrebs e.V., München veranstaltet.

 
 
Kongressorganisation und Durchführung
 
 
Kathrin Schmid-Bodynek

Kathrin Schmid-Bodynek
Netzwerk gegen Darmkrebs e.V., München
 
 
Johanna Jacobi

Johanna Jacobi
Felix Burda Stiftung, München